Verletzung der Syndesmose: Wann können Sportler wieder zurück auf den Platz?

Einleitung

Ein Umknicktrauma am Sprunggelenk gehört zu den häufigsten Sportverletzungen. Während viele Bänderverletzungen innerhalb weniger Wochen ausheilen, gibt es eine Form der Sprunggelenksverletzung, die oft deutlich mehr Geduld erfordert: die Syndesmoseverletzung.

Diese Verletzung betrifft die Bandstrukturen zwischen Schienbein und Wadenbein oberhalb des Sprunggelenks und kommt besonders häufig in Sportarten mit schnellen Richtungswechseln vor, wie Fussball, Handball, Rugby oder Basketball.

Für viele Athleten stellt sich nach der Diagnose sofort die wichtigste Frage:

Wann kann ich wieder Sport treiben?

Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse hat genau diese Frage untersucht.

Studienergebnisse / Erklärung

Die Forscher analysierten zahlreiche Studien mit Profi- und Leistungssportlern nach einer Syndesmoseverletzung.

Ziel war es herauszufinden:

  • Wie viele Athleten kehren wieder zum Sport zurück?

  • Wie lange dauert die Rehabilitation?

  • Gibt es Unterschiede zwischen operativer und konservativer Behandlung?

Die wichtigsten Ergebnisse

Die gute Nachricht:

  • Die überwiegende Mehrheit der Athleten kehrt wieder auf ihr vorheriges Leistungsniveau zurück.

  • Die Rückkehrrate zum Sport liegt insgesamt sehr hoch.

  • Die meisten Sportler können nach erfolgreicher Rehabilitation wieder wettkampffähig werden.

Allerdings zeigte sich auch:

  • Die Rückkehr dauert oft länger als bei einer klassischen Aussenbandverletzung.

  • Schwere Verletzungen benötigen deutlich mehr Zeit.

  • Operierte Athleten haben in der Regel längere Rehabilitationszeiten als konservativ behandelte Sportler, was häufig mit der Schwere der Verletzung zusammenhängt.

Die Studie bestätigt damit, dass die Syndesmoseverletzung zwar ernst zu nehmen ist, die Prognose bei einer strukturierten Rehabilitation jedoch insgesamt sehr gut ausfällt.

Was ist eine Syndesmoseverletzung überhaupt?

Die Syndesmose verbindet Schienbein und Wadenbein miteinander und stabilisiert das obere Sprunggelenk.

Kommt es zu einer Verletzung dieser Bandstrukturen, entstehen häufig:

  • Schmerzen oberhalb des Sprunggelenks

  • Belastungsschmerzen beim Gehen

  • Schmerzen bei Drehbewegungen

  • Instabilitätsgefühl

  • Schwierigkeiten beim Sprinten oder Springen

Im Vergleich zu einem klassischen Bänderriss heilt die Syndesmose häufig langsamer, da sie bei jedem Schritt belastet wird.

Häufige Irrtümer über Syndesmoseverletzungen

„Es handelt sich nur um eine stärkere Verstauchung.“

Nicht unbedingt. Syndesmoseverletzungen können deutlich komplexer sein als klassische Aussenbandverletzungen.

„Wenn die Schmerzen weg sind, kann ich wieder Sport treiben.“

Schmerzfreiheit allein reicht nicht aus. Kraft, Stabilität, Sprungfähigkeit und Belastbarkeit müssen ebenfalls wiederhergestellt sein.

„Eine Operation bedeutet automatisch ein besseres Ergebnis.“

Die Behandlung hängt vom Schweregrad der Verletzung ab. Sowohl operative als auch konservative Verfahren können gute Resultate erzielen.

So können Sie die Rückkehr zum Sport optimal unterstützen

  • Halten Sie sich an einen strukturierten Rehabilitationsplan

  • Beginnen Sie frühzeitig mit geeigneten Übungen

  • Trainieren Sie Kraft, Gleichgewicht und Sprungkontrolle

  • Steigern Sie die Belastung schrittweise

  • Kehren Sie erst dann zum Wettkampf zurück, wenn alle funktionellen Kriterien erfüllt sind

Eine zu frühe Rückkehr erhöht das Risiko für Rückfälle und anhaltende Beschwerden.

Was bedeutet das für die Physiotherapie?

Die moderne Rehabilitation nach einer Syndesmoseverletzung umfasst deutlich mehr als nur Ruhe und Schonung.

Wichtige Bestandteile sind:

  • Beweglichkeitstraining

  • Krafttraining

  • Gleichgewichtstraining

  • Lauf- und Sprungtraining

  • sportartspezifische Belastungen

Das Ziel ist nicht nur die Heilung der Bänder, sondern die vollständige Wiederherstellung der sportlichen Leistungsfähigkeit.

Fazit

Eine Syndesmoseverletzung gehört zu den anspruchsvolleren Sprunggelenksverletzungen im Sport. Die aktuelle Forschung zeigt jedoch, dass die Chancen auf eine erfolgreiche Rückkehr zum Sport sehr gut sind.

Entscheidend sind eine genaue Diagnostik, eine individuell angepasste Rehabilitation und genügend Zeit für die vollständige Wiederherstellung der Belastbarkeit.

Quellen

  1. Vancolen SY, Calder JDF, Hunt KJ, et al.
    Rate and time to return to sport following syndesmotic ankle injury in elite athletes: a systematic review and meta-analysis.
    Sports Medicine. 2019.

  2. Hunt KJ, George E, Harris AHS, Dragoo JL.
    Epidemiology of syndesmosis injuries in intercollegiate football players.
    American Journal of Sports Medicine. 2013.

  3. Williams GN, Jones MH, Amendola A.
    Syndesmotic ankle sprains in athletes.
    American Journal of Sports Medicine. 2007.

  4. Calder JDF, Bamford R, Petrie A, McCollum GA.
    Stable versus unstable syndesmosis injuries in athletes.
    British Journal of Sports Medicine. 2016.

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